Münsterland 2011

Am 16. August 2011 trafen sich am Sportforum in Büttgen 17 RTF-ler des VfR Büttgen, um gemeinsam drei Tage im Münsterland zu verbringen. August hatte dankenswerter Weise rechtzeitig eine Unterkunft in Greven gefunden, die allen Wünschen der Radsportler gerecht zu werden schien.

Also trafen wir uns, wie vereinbart, morgens um 7 Uhr in Radsportkleidung unseres Vereins. Das Wetter ließ die Regentage der vorausgegangen Tage vergessen und der Wetterbericht hatte für die Woche warme, trockene Tage angekündigt. So herrschte bei allen Optimismus, es wurde  gelacht und überall war Freude zu erkennen. Die Räder strahlten und Sonne zeigte sich zaghaft hinter den Wolken. Sorgsam verpackte Bert die Räder auf einem Hänger, die Teilnehmer verteilten sich auf mehrere PKW’s und etwa eine Viertelstunde vor der geplanten Abfahrtzeit starteten die Autos in Richtung Norden. Zwei Stunden später standen wir mit unseren Rädern vor dem Hotel in Greven, startklar für unsere erste Ausfahrt.

Torsten hatte die Strecke der Grevener Sachsentour auf sein Navi heruntergeladen und so konnten wir bei mäßigen Temperaturen und absoluter Windstille unbeschwert losfahren. Schon nach wenigen Kilometern sprachen wir über die guten Straßenverhältnisse und das angenehme Verhalten der Autofahrer gegenüber unserer Gruppe. So radelten wir vom Start der Permanente über verkehrsarme Straßen und Wege, begleitet von land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen. Auffällig war uns, die wir in dicht besiedeltem Gebiet leben, die Abgeschiedenheit der Streckenführung, und so verließen wir diese, um im Zentrum von Rheine eine Kaffeepause einzulegen. Alsbald beendeten wir die gemütliche Tafel und radelten wieder an den Punkt, wo wir die Permanente verlassen hatten, um die Tour fortzusetzen. Auch die zweite Hälfte der Strecke enttäuschte landschaftlich und verkehrstechnisch nicht. Zu zeitig kehrten wir wieder nach Greven zurück, so dass wir noch für den nächsten Tag den Einstieg in die Strecke CUP der LBS – Jedermann-Rennen 140 km – erkunden wollten. Gerhard R. gab die ungefähre Richtung vor, und nach wenigen Kilometern sahen wir die ersten Richtungspfeile der Route. Wir folgten ihnen in Richtung Münster bis hinter die Ortschaft Gelmer. Von dort fuhren wir einige Kilometer auf der markierten Strecke zurück und bogen wieder davon ab, um zu unserem Hotel zu kommen. Als wir unsere Räder  in der Garage abstellten, zeigte der Tacho eine Fahrzeit von 5:30 Std. und eine Distanz von mehr als 120 km an. Auf der Hotelterrasse blickten wir auf die Erlebnisse zurück, die wir an diesem Tag gemacht hatten. Nach einem wohlschmeckenden Abendessen klang der erste Tag unserer Fahrt mit einem gemütlichen Beisammensein aus.

Eine ruhige Nacht und ein ausgedehntes Frühstück bildeten die Basis für die Fahrt in das nördliche Münsterland zu den Erhebungen des Tecklenburger Landes. Ein wolkenloser Himmel kündigte einen warmen Tag an. Pünktlich um 9.30 Uhr setzte sich unsere Gruppe in Bewegung und erreichte zwischen Gelmer und Westbevern die Streckenführung der 140 km-Runde. Die ausgezeichnete Beschilderung der Strecke ermöglichte eine stressfreie Orientierung, und saubere Straßen wie glatter Asphalt erlaubten eine zügige Fahrt. Das Landschaftsbild änderte sich ständig, Herrliche Höfe, Fachwerkbauten und historische Kirchen säumten den Weg. Wir waren begeistert. Dann hinter Lienen der erste Anstieg, der für einige von uns schon eine Herausforderung darstellte, für andere aber pure Freude mit sich brachte. Auf der Höhe sammelten wir uns, um danach in lockerem Verbund das Auf und Ab wie auch die Landschaft beidseits des Weges zu genießen. Doch die Freude nahm ein jähes Ende, als wir uns auf der Abfahrt nach Höste befanden und ausgerechnet zu dieser Zeit plötzlich Wild auf die Straße sprang, um sie zu überqueren. Ein Reh ließ Gerhard R. stürzen, und dann lagen er, sein Rad und das Tier neben einander im Graben. Gerhard und das Reh waren schwer verletzt. Polizei und Krankenwagen wurden per Handy gerufen. Beide kamen aus Lengerich. Der Unfall wurde aufgenommen. Gerhard wurde auf eine Bahre gehoben und ins Krankenhaus transportiert. Sein Rad nahm die Polizei zu sich. Wegen des unerwarteten Ereignisses waren wir alle geschockt. Die Freude war verflogen. Aber wir mussten doch weiter und so beschlossen wir, zunächst einmal zum Krankenhaus zu fahren, in das unser Freund eingeliefert wurde. Bernd und Gerhard P. versuchten, Näheres in Erfahrung zu bringen, aber für klare Diagnosen war es noch zu früh, so dass beide länger dort blieben. Währenddessen besuchten wir die dortige Cafeteria, um uns zu stärken und zu beruhigen. Danach beschlossen wir, die Tour gemeinsam fortzusetzen. So kletterten wir wieder auf die Höhen des Teutoburger Waldes, vorbei an Ibbenbüren in Richtung Tecklenburg. Der Streckenplan zeigte hier eine Gerade, aber kurz vor dem Ortschild tat sich eine deftige Steigung auf, die jedem alles abverlangte. Danach rollte unser Zug wieder in Richtung Hotel. In Ladbergen kehrten wir nochmals ein, um unseren Flüssigkeitsbedarf zu decken und leckeren Kuchen zu genießen. Nach der ausgedehnten Rast brachten wir die letzten Kilometer in hohem Tempo hinter uns und verschwitzt erreichten wir schließlich unser Hotel. Unsere Gedanken und Gespräche kreisten jedoch um unserem Freund und das Freude vernichtende Geschehen des Tages.

Am dritten und letzten Tag zeigte sich der Himmel leicht bewölkt. Die Temperaturen waren gefallen, ein leichter Wind blies in westlicher Richtung, aber es war trocken. Heute hatten wir uns die Emspütten-Permanente vorgenommen. Wieder gingen wir um 9:30 Uhr auf die Strecke, die wieder über verkehrsarme Straßen und Wege führte und mit kleinen grünen Dreiecken ausgewiesen war. Das Streckenprofil kündigte uns zwar nur 377 Höhenmeter an, also 400 m weniger als am Vortag, aber dafür waren die wenigen Steigungen, die zu bewältigen waren, eindrucksvoll. Leider sahen wir unterwegs keine Einkehrmöglichkeit und so absolvierten wir die Runde ohne Pause. Die sonst übliche Rast legten wir abschließend in Greven ein. Anschließend packten wir die Koffer und die Räder ein und traten, angetan von der schönen Landschaft und den guten Ausfahrtsmöglichkeiten, am frühen Nachmittag den Heimweg an. Gerhard P. und Bernd allerdings fuhren nochmals zum Krankenhaus in Lengerich, um sich nach dem verunglückten Freund zu erkundigen. Um 17 Uhr erreichte die große Gruppe wieder das Sportforum in Büttgen, wo uns schon unsere Familien erwarteten.

Als Resümee kann festgehalten werden, dass wir alle glücklicher gewesen wären, wenn sich der Unfall nicht ereignet hätte. Gleichwohl brachte jeder positive Erlebnisse mit nach Hause. Die Begeisterung über die ausgezeichneten Möglichkeiten, im Münsterland Radtouren zu unternehmen, war bei allen vorhanden. Einige rief es sogar auf den Plan, im nächsten Jahr aktiv den Münsterland-Giro in Angriff zu nehmen. Insgesamt absolvierten wir an diesen Tagen etwa 340 km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 km/h.

Das Hotel Kroner Heide erfüllte in jeder Hinsicht unsere Erwartungen; es eignete sich ideal als Standort für die Touren, die wir vorab geplant hatten und vor Ort durchgeführt haben.

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